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Alt 08.05.2005, 03:37
cipoint cipoint ist offline
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Standard R/C Allgemein: Fahrwerksetup leicht gemacht

Lange war es für mich ein Rätsel, was all die Einstellungen am Fahrwerk bewirken und ob diese wirklich so viel ausmachen. Mit der Zeit, als ich endlich mit dem Motor u.s.w klar kam, began es mich zu interessieren.
Meinem Truck war natürlich ein Handbuch beigelegt. In diesem waren aber nur 2 Einstellungen angegeben, "Offroad" und "Asphalt".
Ich probierte beide aus und musste feststellen, dass der Unterschied beachtlich war.



Schauen wir uns die Einstellungsmöglichkeiten einzeln an:


- Sturz
Der Sturz der Räder hat Auswirkungen auf das Verhalten in Kurven und auf die Beschleunigung sowie die Endgeschwindigkeit.
Zuerst mal schauen wir uns an, was mit dem Sturz gemein ist.



Im Bild 1 sehen wir, dass beide Reifen plan auf dem Asphalt aufliegen.



Im Bild 2 zeigen die Reifen oben aber zueinander. Das ist ein negativer Sturz von 3°. Wozu ist er gut, schließlich verringert sich ja die Kontaktfläche zum Untergrund! Um es verständlicher zu erklären, dient das Bild 3.



Bei einer Linkskurve verlagert sich das Gewicht auf die rechte Seite deines Autos. Durch die Geomietrie des Fahrwerkes änderst sich aber auch der Neigungswinkel der Reifen. Er ist jetzt nicht mehr auf beiden Seiten gleich, wie im Stillstand oder bei einer Fahrt geradeaus. Das Rad an der äußeren Kurve neigt sich gegen die Lenkrichtung. Der negative Sturz wird nun durch die Verlagerung der Masse ausgegliechen und das äusere Rad hat wieder mehr Kontakt zur Fahrbahn.

Was passiert aber, wenn wie im Bild 1 kein Sturz vorhanden ist?



Hier wird gleich deutlich, dass die Kontaktfläche des äuseren Rades, beim Einlenken abnimmt. Also können wir mit dem Sturz viel erreichen, wenn die Richtige Einstellung gefunden wird.

Da bei einem Sturz im Geradeauslauf die Kontaktfläche zum Boden gering bis sehr gering ist, sind höhere Endgeschwindigkeiten möglich. Leider verschlechtert sich dementsprechend die Beschleunigung weil die Reifen einfach durchdrehen. Im Offroadeinsatz ist jedoch nicht die Endgeschwindigkeit, sondern die Beschleunigung gefragt. Deshalb sollte man mit dem Sturz nicht übertreiben, zumal die weichen Reifen eh einen hohen Widerstand erzeugen.


- Spur
Nicht so kompliziert ist die Einstellung "Spur". Sie Beeinflusst die Stabilität des Autos. Im Bild 5 sehen wir eine negative Spur, die Räder zeigen vorne zueinander.



Diese Einstellung macht das Auto stabiler, besonders bei hohen Geschwindigkeiten. Beim Einlenken benimmt sich das Auto aber etwas stur. Um das zu verhindern, kann man eine positive Spur einstellen. Dann spricht das Auto schneller an und lässt sich besser in der Kurve kontrollieren. Die Stabilität auf schnellen Geraden nimmt logischerweise ab. Das Auto lenkt selbst in irgendeine Richtung ein und man muss ständig entgegenlenken.
Aber die Spur wirkt sich auch auf die Geschwindigkeit und Haftung aus. Ein größerer Winkel der Spur auf der Antriebsachse bedeutet mehr Haftung bei Beschleunigung. Je kleiner der Spurwinkel ist (vorne und hinten), desto höhere Geschwindigkeiten sind möglich.


- Federn
Es ist möglich die Federn gegen andere auszutauschen. Überall hört man, das härtere Federn besser sind, was nicht immer stimmt. Zum einen verleihen härtere Federn dem Auto mehr Stabilität. Die Lenkung wird viel direkter und präziser. Jedoch verschlechtert sich die Bodenhaftung mit zu harten Federn auf unebener Fahrbahn, im Offroad-Einsatz. Das Auto gleitet sozusagen über die Oberfläche und lässt sich nur sehr schwer kontrollieren. Hier haben die weichen Federn den Vorteil, dass sie die Räder viel sanfter an das Gelände anpassen können, was in einer besseren Bodenhaftung resultiert. Zu weiche Federn bewirken eine "matschige" Steuerung, die Lenkung wird ungenau.

Die Härte der Federn bietet die Möglichkeit, die Bodenfreiheit einzustellen. Jedoch ist das nur begrenzt möglich. Auserdem macht es wenig Sinn, ein Fahrzeug tiefer zu legen, wenn dadurch die Federung zu weich wird. Bei Monstertrucks will man im Gegenteil das Auto höher stellen. Manchmal ist es ratsam, längere Stoßdämpfer zu kaufen, als dass das Fahrwerk durch harte Federn total versteift ist.

Einen wichtigen Effekt haben die Federn auf das Über- oder Untersteuern. Weiche Federn ermöglichen größere Masseverlagerung in der Kurve. Härtere Federn wirken dem entgegen.

Vom Untersteuern spricht man, wenn das Auto beim Einlenken geradeaus rutscht. Die vorderen Räder haben in diesem Fall zu wenig Haftung und rutchen.
Vom Übersteuern spricht man, wenn die hinteren Räder beim Einlenken ausbrechen. Sie wollen scheinbar die vorderen überhollen. Meist endet dies in einem Dreher. Und wenn doch nicht, so nimmt die Geschwindigkeit enorm ab. In diesem Fall haben die hinteren Räder zu wenig Haftung.

Wenn dein Auto also untersteuert, kannst du die vorderen Federn weicher einstellen, damit in der Kurve mehr Gewicht verlagert wird und die vorderen Räder mehr Haftung haben. Oder du stellst die hinteren Federn härter ein.
Beim Übersteuern stellst du die vorderen Federn folglich härter ein, und die hinteren weicher.


- Stabilisator
Der Stabilisator verhindert die Masseverlagerung. Nicht viele Monstertrucks haben jedoch einen. Der Genesis besitzt 2. Der ek4 nur einen, vorne. Wenn sich dein Auto in einer Kurve überschlägt, solltest du deine Stabilisatoren härter einstellen. Sie sollten jedoch nicht zu hart sein.
Am besten gerade so, dass dein Auto sich nicht überschlägt.


- Stoßdämpferöl
Was denkst du, würde passieren, wenn in deinen Stoßdämpfern kein Öl wäre? Es würde sich auf unebener Fahrbahn stark aufschaukeln. Daran sind die Federn "schuld". Sie absorbieren, also schlicken die Energie nicht sondern geben sie wieder ab. Schubst du das Auto ein mal an, schaukelt es etliche male hin und her, bevor es zum Stillstand kommt. Man braucht also einen "Widerstand", der die Energie aufnimmt. Im Bild 6 siehst du, wie ein Stoßdämpfer aufgebaut ist.



Man sieht, dass in dem Kolben 2 Löcher sind, durch die das Silikonöl strömt, wenn der Stoßdämpfer auseinadergezogen bzw. zusammengedrückt wird. Je dickflüssiger das Öl ist, desto schwerer fließt es durch die Löcher. Also absorbiert der Stoßdämpfer mit dickflüssigem Öl die Energie viel schneller. Der Durchmesser und die Anzahl der Löcher im Kolben wirken sich genauso wie das Öl auf das Verhalten aus. Kleinere Löcher und wenige davon entsprechen dickflüssigem Öl und im Gegenteil...

Um es nicht so kompliziert zu machen: Das Öl stabilisiert das Auto auf holpriger Fahrbahn und bei der Masseverlagerung.
Gleichzeitig hat das Öl ähnliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten wie die Federn. Will man in der Kurve mehr Gewicht verlagern, braucht man dünnflüssigeres Öl.

So, nun bin ich fertig. Hoffe es hat euch Spass gemacht zu lesen. Und nun viel Spass beim Ausprobieren...
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